| Englische Fassung: |
Alte Übersetzung von Margaret Carroux: |
Neue Übersetzung von
Wolfgang Krege: |
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| -- Textstelle: Buch 1,Kapitel
1, "A long expected Party"/ "Ein langerwartetes Fest"-- |
When Mr. Bilbo Baggins of Bag
End announced that he would shortly be celebrating his eleventy-first
birthday with a party of special magnificence, there was much talk and
excitement in Hobbiton.
Bilbo was very rich and very peculiar, and had been the wonder of the
Shire for sixty years, ever since his remarkable disappearance and unexpected
return. The riches he had brought back from his travels had now become
a local legend, and it was popularly believed, whatever the old folk might
say, that the Hill at Bag End was full of tunnels stuffed with treasure.
And if that was not enough for fame, there was also
his prolonged vigour to marvel at. Time wore on, but it seemd to have
little effect on Mr. Baggins. At ninety he was much the same as fifty.
At ninety-nine they began to call him well-preserved; but unchanged would
have been nearer the mark.
There were some that shook their heads and thought this was too
much of a good thing; it seemed unfair that anyone should possess (apparently)
perpetual youth and (reputedly) inexhaustible wealth. 'It will have to
be paid for,' they said. 'It isn't natural, and trouble will come of it!'
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Als Herr Bilbo
Beutlin von Beutelsend ankündigte, daß er demnächst zur
Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges
Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein
Ende.
Bilbo war sehr reich und sehr absonderlich und seit er vor
60 Jahren plötzlich verschwunden und unerwartet zurückgekehrt
war, hatte man im Auenland nicht aufgehört, sich über ihn zu
verwundern. Die Reichtümer, die er von seinen Fahrten mitgebracht
hatte, waren mittlerweile zu einer Legende im Auenland geworden, und allgemein
glaubt man, was immer die alten Leute auch reden mochten, daß der
Bühl von Beutelsend voller Stollen sei, in denen sich die Schätze
häuften.
Und wenn das noch nicht für seinen Ruf genügte,
dann staunte man über die ungebrochene Lebenskraft. Die Zeit blieb
nicht stehen, aber auf Herrn Beutlin schien sie wenig Wirkung auszuüben.
Mit 90 war er nicht anders als mit 50. Als er 99 war, sagten die Leute,
er sähe noch gut aus; aber unverändert wäre zutreffender
gewesen.
Manche schüttelten den Kopf und meinten, das sei zuviel
des Guten; es sei einfach unbillig, daß jemand (anscheinend) ewige
Jugend und obendrein noch (angeblich) unerschöpfliche Reichtümer
besitzen sollte. "Dafür wird er bezahlen müssen",
sagten sie. "Es ist nicht natürlich und wird ein schlechtes
Ende nehmen!" |
Als Herr Bilbo
Beutlin von Beutelsend ankündigte, dass er seinen bevorstehenden
einundelfzigsten Geburtstag mit einem rauschenden Fest zu feiern gedenke,
begann in Hobbingen ein erregtes Getuschel.
Bilbo war sehr reich und sehr eigensinnig, und seit seinem
auffälligen Verschwinden und seiner unerwarteten Rückkehr vor
sechzig Jahren hatte man im Auenland nicht aufgehört, sich über
ihn zu wundern. Um die Reichtümer, die er von seinen Reisen mitgebracht
hatte, war längst eine Ortslegende entstanden: Was auch die älteren
Leute dazu sagen mochten, die Jüngeren glaubten zu wissen, dass der
Bühl von Beutelsend voller Stollen war, in denen Schätze gespeichert
lagen.
Und als ob der Gerüchte noch nicht genug wären,
gab auch seine gar nicht altersgemäße Jugendfrische einigen
Grund zur Verwunderung. Die Jahre vergingen, aber Herrn Beutlin schienen
sie nichts anhaben zu können. Als er neunundneunzig war, fing man
an, davon zu reden, dass er sich "gut gehalten" habe; doch wäre
die Feststellung, dass er sich überhaupt nicht verändert hatte,
der Wahrheit näher gekommen.
Manche meinten kopfschüttelnd, dies alles sei wohl
ein bisschen zuviel des Guten; irgendwie war es ungerecht, dass jemand,
der sich schon einer (dem Augenschein nach) ewigen Jugend erfreute, auch
noch ein (dem Vernehmen nach) unerschöpfliches Vermögen besaß.
"Irgendwann wird er dafür bezahlen müssen", sagten
sie. "Das ist nicht natürlich und wird noch übel ausgehen!"
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| -- Textstelle: Buch 2, Kapitel
5, "The bridge of Khazad-Dûm" / "Die Brücke
nach Khazad-Dûm"--
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| Legolas turned and set an
arrow to the string, though it was a long shot for his small bow. He drew,
but his hand fell, and the arrow slipped to the ground. He gave a cry
of dismay and fear. Two great trolls appeared; they bore great slabs of
stone, and flung them down to serve as gangways over the fire.
But it was not the trolls that had filled the Elf with terror. The ranks
of the orcs had opened, and they crowded away, as if they themselves were
afraid. Something was coming up behind them. What it was could not be
seen: it was like a great shadow, in the middle of which was a dark form,
of man-shape maybe, yet greater; and a power and terror seemed to be in
it and to go before it.
It came to the edge of the fire and the light faded as if a cloud had
bent over it. Then with a rush it leaped across the fissure. The flames
roared up to greet it, and wreathed about it; and a black smoke swirled
in the air. Its streaming mane kindled, and blazed behind it. In its right
hand was a blade like a stabbing tongue of fire; and in its left it held
a whip of many thongs.
"Ai! Ai!" wailed Legolas. "A Balrog! A Balrog is come!"
Gimli stared with wide eyes. "Durin's Bane!" he cried, and letting
his axe fall he covered his face.
"A Balrog", muttered Gandalf. "Now I understand."
He faltered and heavily leaned on his staff. "What an evil fortune!
And I am already weary." |
Legolas drehte
sich um und legte einen Pfeil an die Sehne, obwohl es ein weiter Schuss
war für seinen kleinen Bogen. Er zog ab, aber seine Hand fiel herunter,
und der Pfeil glitt zu Boden. Er stieß einen Schreckensschrei aus.
Zwei große Trolle erschienen; sie trugen große Steinplatten
und schleuderten sie als Laufbretter über das Feuer.
Aber es waren nicht die Trolle, die den Elben mit Entsetzen
erfüllt hatten. Die Reihen der Orks hatten sich geöffnet, und
sie wichen zurück, als ob sie selbst Angst hätten. Irgendetwas
kam hinter ihnen heran. Was es war, konnte man nicht sehen: es war wie
ein großer Schatten, in dessen Mitte sich ein dunkler Umriss abzeichnete,
von Menschengestalt vielleicht, doch größer; und Macht und
Schrecken schien in ihm zu sein und ihm voranzugehen.
Es kam an den Rand des Feuers, und dessen Schein verblasste,
als ob sich eine Wolke darüber lege. Dann sprang es über den
Spalt. Die Flammen loderten auf, um es zu grüßen, und schlängelten
sich darum; und ein schwarzer Rauch wirbelte durch die Luft. Seine flatternde
Mähne fing Feuer und brannte hinter ihm lichterloh. In seiner rechten
Hand war eine Klinge wie eine Zunge aus zustoßendem Feuer; in der
Linken hielt es eine Peitsche mit vielen Riemen.
"Wehe! Wehe!" jammerte Legolas. "Ein Balrog!
Ein Balrog ist gekommen!"
Gimli starrte mit aufgerissenen Augen. "Durins Fluch!" rief
er, ließ seine Axt fallen und bedeckte sein Gesicht.
"Ein Balrog," murmelte Gandalf. "Jetzt verstehe ich."
Er schwankte und stützte sich schwer auf seinen Stab. "Was für
ein Unglück! Und ich bin schon müde." |
Legolas drehte
sich um und legte einen Pfeil auf die Sehne, obwohl die Schussentfernung
für seinen kleinen Bogen ziemlich groß war. Er spannte, aber
dann ließ er die Hand sinken, und der Pfeil fiel zu Boden. Er schrie
auf vor Entsetzen. Zwei riesige Trolle erschienen auf der Bildfläche;
sie schleppten große Steinplatten heran und warfen sie als Laufplanken
über das Feuer.
Aber was den Elben aus der Fassung brachte, waren nicht
die Trolle. In den Reihen der Orks hatte sich eine Gasse geöffnet,
und sie strömten beiseite, als ob sie selber Angst hätten. Irgendwas
kam hinter ihnen heran. Was oder wer es war, konnte man nicht sehen: etwas
wie ein großer Schatten, in dessen Mitte sich ein dunkler Körper
abzeichnete, entfernt menschenähnlich, aber größer; Macht
und Schrecken schienen in ihm zu toben und vor ihm herzugehen.
Es kam an den Rand des Feuers, und der Lichtschein verdunkelte sich, als
hätte eine Wolke ihn bedeckt. Mit einem Satz sprang es über
den Spalthinweg. Die Flammen loderten auf, um es zu begrüßen
und zu bekränzen, und schwarzer Rauch strudelte in die Luft. Seine
flatternde Mähne fing Feuer und wehte lodern hinter ihm drein. In
der rechten Hand hielt es eine Klinge, die wie eine Stichflamme aussah,
in der linken eine Peitsche mit vielen Riemen.
"Ai! ai!" jammerte Legolas. "Ein Balrog!
Es kommt ein Balrog!"
Gimli hatte die Augen weit aufgerissen. "Durins Fluch!" rief
er, ließ seien Axt fallen und verhüllte sein Gesicht.
"Ein Balrog!" murmelte Gandalf. "Jetzt versteh´ ich."
Er wankte und stützte sich schwer auf seinen Stab. "Was für
ein Unglück! Und ich bin doch schon müde."
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| -- Textstelle: Buch 3, Kapitel
1: "The Departure of Boromir" / "Boromirs Tod" --
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A mile, maybe, from Parth Galen
in a little glade not far from the lake he found Boromir. He was sitting
with his back to a great tree, as if he was resting. But Aragorn saw that
he was pierced with many black-feathered arrows; his sword was still in
his hands, but it was broken near the hilt; his horn cloven in two was
at his side. Many orcs lay slain, piled all about him and at his feet.
Aragorn knelt beside him. Boromir opened his eyes and strove to speak.
At last slow words came. 'I tried to take the ring from Frodo,' he said,
'I am sorry I have paid.'
His glance strayed to his fallen enemies; twenty at least lay there. 'They
have gone: the Halflings: the Orcs have taken them. I think they are not
dead. Orcs bound them.' He paused and his eyes closed wearily. After a
moment he spoke again.'Farewell, Aragorn! Go to Minas Tirith and save
people! I have failed.'
'No!' said Aragorn, taking his hand and kissing his brow.
'You have conquered. Few have gained such a victory. Be at peace! Minas
Tirith shall not fall!'
Boromir smiled. |
Eine Meile
vielleicht von Parth Galen, auf einer kleinen Lichtung nicht weit vom
See, fand er Boromir. Er saß mit dem Rücken an einem großen
Baum, als ob er ruhe. Aber Aragorn sah, dass er von vielen schwarzgefiederten
Pfeilen durchbohrt war; sein Schwert hielt er noch in der Hand, doch es
war dicht am Heft abgebrochen; sein in zwei Teile geborstenes Horn lag
neben ihm. Viele erschlagene Orks lagen um ihn herum und zu seinen Füßen.
Aragorn kniete neben ihm nieder. Boromir öffnete die
Augen und mühte sich zu sprechen. Schließlich kamen zögernde
Worte. "Ich habe versucht, Frodo den Ring wegzunehmen", sagte
er. "Es tut mir leid. Ich habe dafür bezahlt."
Sein Blick wanderte über die gefallenen Feinde, zumindest
zwanzig lagen dort. "Sie sind fort, die Halblinge; die Orks haben
sie mitgenommen. Ich glaube, sie sind nicht tot. Orks haben sie gefesselt."
Er hielt inne und schloss ermattet die Augen. Nach einem Augenblick sprach
er noch einmal. "Leb wohl, Aragorn! Geh nach Minas Tirith und rette
mein Volk! Ich habe versagt."
"Nein!" sagte Aragorn, nahm seine Hand und küsste
ihn auf die Stirn. "Du hast gesiegt. Wenige haben solchen Sieg errungen..
Sei beruhigt! Minas Tirith soll nicht fallen!"
Boromir lächelte. |
Auf einer kleinen
Lichtung unweit des Seeufers, etwa eine Meile von Parth Galen, fand er
Boromir. Er saß mit dem Rücken an einen dicken Baum gelehnt,
als ob er ruhte. Aber dann sah Aragorn die schwarz gefiederten Pfeile,
die in ihm steckten. Sein Schwert hielt er noch in der Hand, aber es war
dicht unterm Heft abgebrochen; sein Horn lag neben ihm, in zwei Teile
gespalten. Erschlagene Orks lagen zuhauf ringsum und vor seinen Füßen.
Aragorn kniete neben ihm nieder. Boromir schlug die Augen
auf und versuchte zu sprechen. Endlich brachte er einige Worte stockend
heraus. "Habe versucht, Frodo den Ring abzunehmen", sagte er.
"Tut mir Leid. Habe dafür bezahlt."
Sein Blick schweifte über die Orkleichen; es waren
mindestens zwanzig. "Sie sind fort - die Halblinge - die Orks haben
sie mitgenommen. Ich glaube, sie sind nicht tot. Orks haben sie gefesselt."
Er schwieg und schloss müde die Augen. Aber einen Moment später
sprach er noch einmal."Lebe wohl, Aragorn! Geh nach Minas Tirith
und rette mein Volk! Ich habe versagt."
"Nein!", sagte Aragorn, nahm seine Hand und küsste
ihn auf die Stirn. "Gesiegt hast Du. Einen solchen Sieg haben nur
wenige je errungen. Sei unbesorgt, Minas Tirith soll nicht fallen!"
Boromir lächelte.
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| -- Textstelle: Buch 5, Kapitel
4: "The Siege of Gondor" / "Die Belagerung von Gondor"
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| 'You cannot enter here,' said
Gandalf, and the huge shadow halted. 'Go back to the abyss prepared for
you! Go back! Fall into the nothingness that awaits you and your master!
Go!'
The Black Rider flung back his hood, and behold! he had a kingly crown;
and yet upon no head visible was it set. The red fires shone between it
and the mantled shoulders vast and dark. From a mouth unseen there came
a deadly laughter.
'Old fool!' he said. 'Old fool! This is my hour. Do you not know Death
when you see it? Die now and curse in vain!'
And with that he lifted high his sword and flames ran down the blade. |
"Du
kannst hier nicht hereinkommen", sagte Gandalf, und der riesige Schatten
hielt an. "Geh zurück zu dem Abgrund, der für dich bereitet
ist! Geh zurück! Stürze in das Nichts, das deinen Herrn und
dich erwartet! Geh!"
Der Schwarze Reiter warf seine Kapuze zurück und siehe! er trug eine
Königskrone; und doch saß sie auf keinem sichtbaren Kopf. Der
rote Feuerschein leuchtete zwischen ihr und den vom Mantel bedeckten breiten,
schwarzen Schultern hindurch. Ein unsichtbarer Mund stieß ein grässliches
Gelächter aus.
"Alter Narr!" sagte er. "Alter Narr! Das ist meine Stunde.
Kennst du den Tod nicht, wenn du ihn siehst? Stirb jetzt und fluche vergebens!"
Und damit hob er sein Schwert hoch, und Flammen liefen an der Klinge entlang. |
"Du kannst
hier nicht herein", sagte Gandalf, und der riesige Schatten hielt.
"Zurück mit Dir in den Abgrund, wo dein Platz ist! Zurück!
Stürze ins Nichts, das dich und deinen Gebieter erwartet! Fort!"
Der schwarze Reiter warf die Kapuze zurück, und man sah, er trug
eine Königskrone, doch er trug sie auf keinem sichtbaren Kopf. Der
rote Feuerschein fiel zwischen ihr und den dunklen, breiten Mantelschultern
hindurch. Aus unsichtbarem Mund kam ein giftiges Gelächter.
"Alter Narr!" rief er. "Alter Narr! Dies ist meine Stunde.
Erkennst Du den Tod nicht, wenn er dir begegnet? Stirb und fluche vergebens!"
Damit hob er sein Schwert, und Flammen züngelten die Klinge entlang.
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Die englischen Textstellen sind zitiert aus: The Lord of
the Rings; erschienen bei Harper Collins 1995.
Die Textstellen der alten deutschen Übersetzung stammen aus "Der Herr
der Ringe", erschienen als neu aufgelegte, dreibändige Ausgabe bei
Klett-Cotta, 2002.
Die Texstellen der neuen deutschen Übersetzung stammen aus "Der Herr
der Ringe", erschienen bei Klett-Cotta.