
Im Alter von 11 Jahren soll Dylan Thomas, nach dem sich übrigens der Sänger Bob Dylan benannt hat, sein erstes Gedicht geschrieben haben. Mit 25 war er bereits ein berühmter Dichter, ähnlich umstritten wie Rimbaud, bekannt für seine rebellische Art und seinen exzessiven Akoholkonsum. Mit 39 Jahren war er tot.
Wer Lyrik und Kurzgeschichten mag und Dylan Thomas nicht gelesen hat,
der verpasst einen der großen Dichter der modernen Poesie. Der
walisische Schriftsteller verbindet in seinen Gedichten Weltschmerz-
und -müdigkeit, Verdruss und Hass, Wortverliebtheit und Wortwitz.
Er beschäftigte sich intensiv mit Mythologie und mit Märchen,
mit der Natur und der Landschaft von Wales. Er wurde 1914 in Swansea
/ Wales geboren und ging 1934 nach London, wo er für Zeitschriften
und den BBC arbeitete. 1949 zog er sich in ein kleines walisisches Fischerdorf
zurück. 1953 starb Dylan Thomas während einer Lesereise in
New York. Bekannte Werke von ihm sind: "Unter dem Milchwald" und "Spiel
für Stimmen".
Einen Einstieg in Thomas' Werke bekommen Liebhaber von Kurzgeschichten am ehesten mit dem Werk "Unter dem Milchwald", das phantastische, traurige und erstaunliche Geschichten in sich vereinigt. Wer lieber Lyrik mag, sollte einen Blick in "Windabgeworfenes Licht" werfen - es ist die umfassendste in Deutschland erschienene Sammlung seiner Gedichte, jeweils in deutsch und englisch. Insgesamt 12 Übersetzer haben Thomas' Gedichte ins Deutsche übertragen, darunter so namhafte wie Erich Fried. Das Buch ist 1992 im Fischer Taschenbuchverlag erschienen und kostet 19,90 Mark.
Einen Einblick in die Werke von Dylan Thomas können vielleicht
diese beiden Gedichte geben; das Copyright liegt bei J.M. Dent &
Sons Ltd., New York.
Da wir nur Menschen sind | Liebe im Irrenhaus | Direkt nach unten zu den Links
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Da wir nur Menschen sind, schritten wir
in den Wald,
Furchtsam, und acheteten auf leise Silben,
Aus Angst, die Raben aufzuwecken,
Aus Angst, geräuschlos
Einzugehn in eine Welt aus Flügeln und Gekreisch.
Wären wir Kinder, stiegen wir hinauf
Und fingen, ohne einen Zweig zu brechen, die Raben im Schlaf,
und nach dem leisen Aufstieg
Streckten wir unsre Köpfe oben aus den Ästen
Um die unweigerlichen Sterne zu bestaunen.
Aus der Verwirrung, wie's so geht,
und aus dem menschvertrauten Staunen,
Aus diesem Chaos wüchse Glück.
Das also, sagten wir, ist Schönheit,
Kinder, die staunend in die Sterne schaun,
Ist Ziel und Zweck.
Da wir nur Menschen sind, schritten wir in den Wald.
Es kam eine Fremde
Die teilt nun mein Zimmer im Haus das im Kopf etwas hat,
ein Mädchen so toll wie die Staren
Die verriegelt die Nacht der Tür
mit dem Federkleid ihrer Hände.
Stocksteif im Irrwegbett
Spinnt sie ins himmelsichere Haus ihre Wolkenscharen
Ja spinnt durch ihr Umgehn im Alptraum
von Zimmer am Ende
Eine Freiheit so groß wie der Tod
Und geht eingebildete Meere der Männerabteilung befahren.
Sie ist besessen gekommen,
Sie gibt zu sie nimmt das spinnende Licht durch die federnde Wand
wahr,
besessen von allen Himmeln.
Schläft sie im engen Trog doch hat
sie die Freiheit des Umgehns gewonnen,
Ja, sie rast nach Begehr
Auf Narrenhausdielen die dünn sind weil meine dort meine Tränen
sich tummeln.
Und vom Licht nun zu guter Letzt in ihre Arme genommen
Darf ich unfehlbar
Das erste Gesicht erdulden das setzte die Sterne in Flammen.
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www.dylan-thomas.de - eine sehr schön gestaltete und informative deutsche Seite über den Dichter.
www.dylanthomas.org - Homepage von Thomas' Geburtsstadt Swansea
The Craft and Sullen Art of Dylan Thomas - sehr schöne englisprachige Site
Dylan Marlais Thomas - große englische Site
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