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"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen
erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.
Er lag auf seinem panzerartig hartem Rücken und sah, wenn er den
Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen
geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen
Niedergleiten bereit, kaum noch halten konnte.
Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen
Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen."
So beginnt die wohl bekannteste Geschichte des Schriftstellers Franz
Kafka (*3.7.1883 in Prag, † 3.6.1924 - gestorben
an Tuberkulose). Dass wir heute die Werke von Franz Kafka lesen können,
haben wir vor allem Kafkas langjährigem Freund Max Brod zu verdanken
- Kafka hatte in seinem Testament verfügt, dass all seine Werke verbrannt
werden sollten. Brod widersetzte sich diesem Wunsch und rettete Kafkas Schriften
und damit eine der größten Dichtungen des Jahrhunderts für die
Nachwelt.
Heute wird Kafka - leider - zum größten Teil in Schulen gelesen;
ich selbst hatte eine Kurzgeschichte in meiner Abi-Klausur. Das ist schade,
denn Kafka ist ein einzigartiger Schriftsteller. Seine Geschichten sind
mit einer Sprache von großer Kühle und Präzision geschrieben
- und erhöhen damit den Überraschungseffekt (teilweise kann man sicher
von einem Schock-Effekt sprechen) um eine Vielfaches. So ist es bezeichnend
für den zum Käfer verwandelten Gregor Samsa, dass er sich kein
bisschen über seine Metamorphose wundert und sich vielmehr gleich mit den
Problemen beschäftigt, die das Insektendasein so mit sich bringt. Ob Samsa
wirklich ein Käfer wurde oder ob es bloß eine Metapher ist - der
Leser mag selbst entscheiden.
Heute steht das Wort "kafkaesk" für düstere, surreale und verwirrende
Konstruktionen und Atmosphären. Stets gibt es einen tieferen Sinn - dieser
will jedoch erst einmal entdeckt werden.
Kafka zu verfilmen ist nicht leicht, trotzdem ist es in einer Verfilmung der Verwandlung mit Hilfe von viel Symbolismus und viel Textnähe gelungen. Das Ergebnis ist eine nachdenkliche und abstoßende Erzählung aus der Perspektive des Käfers.
"Ein Buch muß die Axt sein für
das gefrorene Meer in uns."
- Franz Kafka
Werke Franz Kafkas (Liste ist nicht komplett!):
Zu seinen Lebzeiten veröffentlicht:
Nach seinem Tod veröffentlicht:
Links zu Franz Kafka im Internet:
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