"Evil things did not come into that valley...."
"Frodo war nun in Sicherheit im letzten heimeligen Haus östlich der See. Dieses Haus war, wie Bilbo schon vor langer Zeit berichtet hatte, 'ein vollkommenes Haus, ob du nun essen oder schlafen möchtest, Geschichtenerzählen und Gesang gern hast oder am liebsten nur sitzen und nachdenken willst, oder eine schöne Mischung von allem vorziehst'. Das bloße Dortsein genügte, um Müdigkeit, Furcht und Traurigkeit zu heilen."
Elronds Haus, im Elbischen Imladris genannt, lag
in einem tief eingeschnittenen Tal über dem Fluss Lautwasser, westlich
des Nebelgebirges. Obwohl es einfach nur "Haus" genannt wurde, war es eigentlich
ein ganzes Tal und eine kleine Siedlung, in dem eine große Anzahl Sindar-
und Noldorelben lebten und in dem viele Reisende Zuflucht und Schutz fanden.
Der Hobbit Bilbo Beutlin
fand den Weg dorthin zum ersten Mal auf seiner Reise mit den Zwergen. Später,
nachdem er sich freiwillig von dem Einen Ring getrennt hatte, kehrte er dorthin
zurück, um seine Memoiren zu schreiben und aus dem Elbischen zu übersetzen.
Elronds Haus war die letzte sichere Festung vor den - zumindest in den Augen von Hobbits - eher wilden und unbekannten Gegenden im Osten. Deshalb war Bruchtal (englisch Rivendell) ein Ort der Freude und der Erholung - nur wenn Elronds Rat tagte, wurde es ernst.
Nach dem Angriff und der Verwundung durch die Ringgeister konnte Frodo, nachdem Glorfindel ihn gefunden hatte, dort in wenigen Tagen von seiner schweren Krankheit genesen. Auch Bilbo, obgleich er ohne den Einen Ring schließlich doch alt und gebrechlich wurde, fand in Imladris Ruhe und Erholung und konnte seiner Vorliebe für Gedichte und Erzählungen nachgehen.
'Das ist ein großes Haus hier, groß und sehr eigenartig. Es gibt immer etwas zu entdecken, und nie weiß man, was man hinter der nächsten Ecke findet. Und Elben, Herr! Überall sind Elben! Manche sind wie Könige, ehrfurchtgebietend und prächtig, und manche sind fröhlich wie Kinder. Und die Musik und das Singen. Ich kenne die Art dieses Haus allmählich.' - Samweis Gamdschie
Elrond, der Halbelbe, stellte als der Meister von Bruchtal alles typisch Elbische dar und vereinigte in sich den Zauber von Imladris: Er hatte ein schönes und edel geschnittenes Gesicht wie ein König, war stark wie ein Krieger, ehrwürdig wie ein Zwergenkönig und weise wie ein Zauberer - der Leser möge sich selbst ein Bild von ihm machen oder im Roten Buch nachschlagen - dort heißt es:
"Elronds Gesicht war zeitlos - weder alt noch jung, obwohl die Erinnerung an viele Dinge, freudige und gramvolle, ihm auf der Stirn geschrieben standen. Sein Haar war dunkel wie die Schatten der Dämmerung, und er trug darauf ein silbernes Diadem; seine Augen war grau wie ein klarer Abend, und ein Licht leuchtete in ihnen wie Sternenlicht."
Elrond hatte sich im Krieg von Eregion, im Jahr
1697 des Zweiten Zeitalters, mit seinem Heer in Bruchtal verschanzt und konnte
jahrelang der Belagerung durch den Feind standhalten. Als Sauron
schließlich mit Hilfe der Numenorer vertrieben worden war, wurde Imladris
aufgrund der günstigen Lage weit im Osten als Festung beibehalten.
Mit Hilfe des Blauen Ringes Vilya (dem Luft-Ring)
fiel es den Elben in den darauffolgenden Jahren nicht schwer, Bruchtal vor Angriffen
des Feindes zu verteidigen. In Elronds Haus wurden neben dem Blauen Ring auch
andere wertvolle Dinge verwahrt, wie zum Beispiel Elendils Schwert Narsil. Dort
wuchsen auch die Söhne der Dunedain-Könige auf, und hier lernte Aragorn
Elronds Tochter Arwen kennen und verliebte sich in sie.
Imladris war eine "neutrale Zone", so dass bei
den Beratungen zum Aufbruch der Ringgemeinschaft praktisch alle freien Völker
vertreten waren: Die Menschen aus Gondor, die Hobbits aus dem Auenland, die
Waldläufer des Nordens und die Zwerge von Eregion.
Bild oben: David Wyatt, mit freundlicher Erlaubnis.
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