Timbuktu

Klappentext:

"Die jenseitige Welt hieß Timbuktu, und sie lag irgendwo mitten in der Wüste, weit weg von New York oder Baltimore. Einmal hatte Willy sie eine Oase der Seelen genannt. Und sobald man da war, wurde man eins mit dem Universum, ein winziges Stück Antimaterie im Hirn Gottes. TIM-BUK-TU. Mr. Bones fiel es durchaus schwer, sich vorzustellen, wie es an einem solchen Ort wohl sein mochte, aber inzwischen machte schon der Klang des Wortes den Hund glücklich. Wenn seinem Herrchen diese drei Silben über die Lippen kamen, durchströmte eine Welle seligen Wohlgefühls seinen ganzen Körper - als sei das Wort allein schon ein Versprechen, eine Garantie dafür, dass alles besser würde." Buchcover Timbuktu

Einmal die Welt aus der Sicht eines Hundes betrachten - diese Idee ist vielleicht nicht ganz neu, wurde aber meiner Meinung nach noch nie so überzeugend umgesetzt wie in Paul Austers Roman "Timbuktu", erschienen  1999 bei Rowohlt. Auch wer schon Sachen von Auster gelesen - am bekanntesten sind wohl "Im Land der letzten Dinge" und "Die New York-Trilogie", wird überrascht sein. Das Buch ist insgesamt nicht so düster und skurril wie Austers andere Werke, steckt aber trotzdem voller Überraschungen, philosophischen Einfällen und Verrücktheiten, die teils zum Lachen und teils zum Weinen sind.

Zu dem Buch:

Der Leser begleitet Mr. Bones, den klugen, aber leider sprachlosen Hund des verrückten Philosophen und langjährigen Trebegängers William G. Portrait: Paul AusterChristmas durch das ganze Buch. Nun hat Mr. Bones allen Anlass, sich Sorgen zu machen, denn mit seinem Herrchen, dem weltklugen Penner, verrückten Künstler und genialen Schwätzer (O-Ton) geht es zu Ende  -Willy spuckt schon seit Wochen Blut und wird wohl nicht mehr lange zu leben haben. Wohin also nun mit Mr. Bones, der Willy seit seinen ersten Welpentagen begleitet hat und der sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann und will? 

Ob sein Freund wohl ins Paradies kommt? fragt der besorgte Hund sich, denn Willy hat ihm viel von diesem wunderbaren Ort erzählt. Das Paradies heißt Timbuktu und liegt dort, wo die Landkarten aufhören, jenseits des Ozeans und einer großen Wüste. Ein weiter Weg, den Mr. Bones zurücklegen muss, um endlich wieder mit Willy vereint zu sein.... 

Eine kluge, nachdenkliche und außergewöhnliche Geschichte, komplett aus der Sichtweise und mit allen Sinnen des Hundes geschrieben, letztendlich todtraurig, aber auch voller herrlicher Einfälle und Verrücktheiten zum Schmunzeln. 

Um bei skeptischen Lesern keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Timbuktu ist keine Kinder- und auch keine seichte oder kitschige Tiergeschichte - Kenner von Paul Auster werden wohl auch nicht davon ausgehen....

Auf diesen Seiten könnt ihr etwas mehr über den 1947 in New Jersey geborenen Schriftsteller erfahren:

Timbuktu gibt es in allen Buchläden, die Taschenbuchausgabe kostet 14,90; die eigentlich schönere gebundene Ausgabe  36 Mark (ziemlich viel für knapp 200 Seiten, muss ich zugeben). 

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Bücher von Paul Auster:

1987
In the Country of the Last Things /Im Land er letzten Dinge

1989
Moon Palace Mond über Manhattan

1990
The New York Trilogy / Die New York-Trilogie
The Music of Chance / Die Musik des Zufalls

1992
Leviathan
The Red Notebook / Das rote Notizbuch

1994
Mr. Vertigo

1995
Blue in the Face / Smoke Smoke. Blue in the Face.

1999
Timbuktu

2002
The Book of Illusions / Das Buch der Illusionen

2003
Oracle Night / Nacht des Orakels

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