"Über dem Land liegt der Schatten,
Flügel der Finsternis strecken sich westwärts.
Der Turm bebt; den Königsgrüften
Naht das Gericht. Die Toten erwachen,
Am Stein von Erech stehen sie wieder,
Denn die Stunde ist da der Wortbrüchigen:
Und hören das Wort in den Bergen hallen.
Wessen Horn? Wer wird sie rufen,
Das vergessene Volk aus grauem Zwielicht?
Der Erbe des Mannes, dem einst die schworen.
Von Norden naht er, Not treibt ihn:
Das Tor zum Pfad der Toten wird er durchschreiten."


Die Pfade der Toten

Gegen Ende des Ringkrieges, als der Sieg so gut wie verloren schien, sah Aragorn nach einem Blick in den Stein von Orthanc keine andere Möglichkeit mehr, als auf den Pfaden der Toten zu reiten und das Heer der Verdammten zu Hilfe zu rufen.
Die Toten von Dunharg hatten einst zu ihren Lebzeiten geschworen, dass sie gegen Sauron kämpfen würden. Sie brachen allerdings ihren Eid und wurden daraufhin verflucht, auf ewig keine Ruhe zu finden, bis sie ihren Eid geleistet hätten.

An diesen alten Schwur erinnerte sich Aragorn, und gemeinsam mit Gimli, Legolas, seinen Dunedain und Elronds Söhnen Elladan und Ellrohir zog er nach Erech und rief dort die Toten zu sich. Obwohl auf den unheimlichen Pfaden das Entsetzen auf allen Gefährten schwer lastete - vor allem Gimli konnte nur mit größter Willensanstrengung einen Fuß vor den anderen setzen und fühlte sich zum Schluss dem Wahnsinn nahe - konnte Aragorn allein mit der Kraft seines Willens alle Krieger und ihre Pferde vor Mitternacht zum Stein zu Erech bringen und dort die toten Krieger an in ihren alten Schwur binden. Das Heer der Toten folgte im bis nach Pelargir, wo Aragorn gemeinsam mit den anderen die Schiffe der Korsaren kaperte und dann in letzter Sekunden über den Anduin dem bedrängten Gondor zu Hilfe eilen konnte.

©: alle Zitate entstammen "Der Herr der Ringe", Buch 5, Kapitel 2, erschienen bei Klett-Cotta, 2002

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